Löwenkralle hielt ihrem Blick stand, doch in seinen bernsteinfarbenen Augen lag ein flüchtiges Flackern. Etwas zwischen Schmerz und Schuld. Einen Moment lang sagte er nichts, als müsste er die Worte erst aus sich herauszwingen.
„Nein…“, begann er schließlich leise, seine Stimme rauer als gewöhnlich. „Du hast nichts falsch verstanden.“
Er senkte den Blick kurz zum Boden, als würde ihn allein der Gedanke daran schwer treffen. „Ich weiß, dass ich nicht da war. Nicht so, wie ich es hätte sein sollen.“ Seine Schweifspitze zuckte unruhig. „Und glaub mir… es schmerzt mich mehr, als du vielleicht denkst.“
Langsam hob er den Kopf wieder, sah Gewitterwolke direkt an. „Jedes Mal, wenn ich Schattenjunges sehe… sehe ich auch Tauschleier.“ Seine Stimme wurde brüchig, auch wenn er versuchte, Haltung zu bewahren. „Sie hat ihre Augen. Ihren Ausdruck. Es ist, als würde ein Teil von ihr noch hier sein… und gleichzeitig erinnert es mich daran, dass sie es nicht ist.“
Er atmete tief durch, rang sichtbar um Fassung. „Das ist keine Entschuldigung“, fügte er fester hinzu. „Ich weiß, dass sie mich braucht. Dass ich für sie da sein muss gerade jetzt. Doch ich weiss nicht wie ich das mache ohne durchzudrehen.“ Ein kurzer Schatten huschte über sein Gesicht. „Stets wenn ich in ihrer Nähe bin packt mich...nunja meine Brust zieht sich zusammen und ich habe das Gefühl, dass ich keine Luft kriege. Ich hasse dieses Gefühlslage. Es erinnert mich an damals, wie ich nicht unternehmen konnte..wie ich sie nicht retten konnte“
Löwenkralle trat aus dem Kriegerbau und blinzelte gegen das fahle Morgenlicht, das über die Lichtung sickerte. Der Tau glitzerte noch auf den Grashalmen, doch im Lager war kaum Bewegung zu sehen. Ein kühler Windhauch fuhr ihm durchs Fell, und als sein Blick den Frischbeutehaufen streifte, spannte sich sein Kiefer kurz an. Nur wenige Beutestücke lagen dort, halb angetrocknet von der Nachtkälte.
Er schnaubte leise. Nicht aus Ärger, sondern aus dem Instinkt heraus, dass der Clan versorgt werden muss. Das reicht für heute kaum für die Ältesten, dachte er sich und ließ den Schweif unruhig peitschen.
Sein Blick glitt über das Lager, bis er die graugetigerte Gestalt von Gewitterwolke entdeckte, die eine der wenigen an diesem frühen Morgen war, die wach war. Ein zufriedener Brummen entfloh ihm. Vielleicht müsste er nicht alleine jagen gehen.
Mit entschlossenen Schritten trat Löwenkralle über die Lichtung, seine Pfoten hinterließen leise Abdrücke im feuchten Boden. „@Gewitterwolke,“ rief er, kaum dass er neben ihr stand, sein Ton ruhig, aber einladend, „der Frischbeutehaufen sieht ziemlich mager aus. Hättest du Lust, mit mir eine Jagdpatrouille zu machen?
Löwenkralle betritt vorsichtig den Heilerbau, ein Eichhörnchen fest im Maul. Er hatte es für Mondfeder, die Heilerkatze des Clans, mitgenommen, da er wusste das diese eine besondere Vorliebe dafür hatte und diese bestimmt Mal wieder so mit dem Heilerkramm beschäftigt gewesen war, dass sie rücksichtslos mit ihren Bedürfnisse umgegangen ist.
Doch im Bau angekommen ist es leer. Keine Spur von Mondfeder, nur die frische Duftspur von ihr. Muss wohl wieder unterwegs sein, überlegte sich Löwenkralle. Vielleicht auf der Suche nach Kräutern.
Der goldene Krieger legt das Beutestück nieder und setzt sein Weg nachdraussen fort. Als ihn die ersten Sonnenstrahlen wieder empfangen, empfindet er statt die Wärme dieser, einen kalten Stich im Herzen. @Schattenjunges, sein eigenes Junges, das ihn schmerzlich an seine verstorbene Gefährtin erinnert, sitzt genau vor dem Heilerbau und betrachtet mit einem leicht traurigen Blick das halbleere Lager vor sich.
Löwenkralle Atem stockte. Er wusste nicht was zu tun. Sein Kopf schlug Alarm und schrie ihn förmlich an sein Blick von ihr abzuwenden, und zu gehen damit er nicht an Kieselglanz erinnert wird. Sein Herz jedoch betrachtete den einsam wirkenden Jungen und redete auf ihn ein zu bleiben, für sie da zu sein. Löwenkralle verharrt in seiner Position, gefangen zwischen Verlust und Verantwortung.
Löwenkralle senkte den Kopf leicht, als Eissterns warme Worte an ihn drangen. In seinem Inneren regte sich ein vertrauter Stolz. Nicht über den Erfolg der Jagd allein, sondern über das Vertrauen, das seine Schwester ihm schenkte. Er spürte die Verantwortung in ihren Worten, schwer wie die Beute, die er kurz zuvor ins Lager getragen hatte.
„Ich danke dir, Eisstern“, miaute er ruhig, aber mit fester Stimme. „Es bedeutet mir viel, dass du mir zutraust, in dieser Zeit an deiner Seite zu stehen. Der Clan kann sich auf mich verlassen. Du kannst dich auf mich verlassen.“
Ein kurzer Blick glitt über den Lager zu der fremden Katze, von denen Löwenkralle fremde Düfte vernahm. Das war die Streunerin, bemerkte er und zuckte misstrauisch mit der Schwanzspitze. Nur hoffen, dass mit der Welle der Probleme mit denen wir konfrontiert werden, sie nicht auch zu einem wird.
Löwenkralles Augen blickten wieder in das Eisblau von @Eisstern. Entschlossenheit lag in seinem Blick. „Sag mir, wann du mich brauchst“, miaute er hinzu und verabschiedete sich mit einem höflichen Kopfneigen von seiner Anführerin. Jetzt würde er den Heilerbau betreten gehen und Mondfeder die Beute bringen, welche er eigentlich bereits am Morgen hätte bringen wollen.
Löwenkralle kam mit kraftvollen, gleichmäßigen Schritten durch den Lagereingang getrabt, die Schultern aufrecht, den Kopf erhoben. Zwischen seinen Kiefern baumelte das warme Gewicht eines Kaninchens, noch vom Tau des Morgens feucht. Der kühle Morgenduft und der Geruch von frischem Blut hing an seinem Fell, doch in seinen Augen spiegelte sich Stolz: Die Patrouille war erfolgreich gewesen, und Beute ins Lager zu bringen, ließ ihm immer wieder das Herz höher schlagen.
Löwenkralle legte seine frischerlegte Beute auf dem gar nicht einmal so schlecht aussehenden Haufen. Zufrieden leckte er sich über die Lippe. Dann liess er sein Blick vom Haufen gleiten und es durch den Lager schweifen. Schnell erkannte er, seine Schwester mit ihrem auffälligem, weissen Fellkleid im Lager. @Eisstern verliess gerade die Seite von @Distelglanz und @Sprenkeltropfen und lief in die entgegen gesetzte Richtung. Schien, als hätten sie gerade geredet, fiel Löwenkralle auf und verengte kurz darauf seine Pupillen. War was geschehen damit Eisstern mit den ältesten und erfahrensten Kriegerinnen aus dem Clan sprach? Definitiv.
Löwenkralle musste sich, als frisch ernannten 2. Anführer über die Lage im Clan informieren, und das war ihm bewusst. Wenn was wichtiges passiert war oder am geschehen war, musste er Stellung nehmen und das würde er jetzt auch. Mit zielgerichteten Schritte bewegte sich der goldenen Krieger auf die Anführerin des Clans zu und blieb kurz vor ihr stehen, um den Kopf zu neigen. "Seid gegrüsst Eisstern", miaute Löwenkralle und hielt sein Kopf respektvoll gesenkt. "Der heutige Tag war uns wohl gesonnt. Die Patrouillen haben den Haufen gut füllen können, sodass es uns heute und bestimmt noch morgen nicht an Beute fehlen wird."
Löwenkralle beendete sein Bericht und erlaubte es sein Kopf nun leicht zu heben und seine Anführerin in die Augen zu schauen. "Gibt es etwas von dem ich wissen müsste?"
Wieder im Frost-Clan Lager angekommen, seufzte der grosse Kater und sah sich mit schweren Augenlider um. Gerade kamen alle Katzen des Frost-Clan, die an der Grossen Versammlung haben mitmachen wollen, zurück und machten sich Grossteils daran, sich in ihren Bauen zu verkriechen. Doch Löwenkralle, der goldene Riese aus dem Frost-Clan, blieb kurz vor dem Eingang des Lagers stehen und legte sein Kopf in den Nacken. Die späte Dämmerung hatte angebrochen und langsam stieg die Sonne am Horizont empor. Die goldene und rötliche Streifen am Himmel fingen an zu verblassen und eine blaue Farbe dahinter an zu keimen. Der Krieger schnaubte.
Jetzt gehe ich bestimmt nicht schlafen, dachte er sich und liess seine Augen automatisch zum Beutehaufen wandern. Dort sah er ein ziemlich grossen Haufen an gejagte Beute, darunter viele Wühlmäuse, welche bestimmt ein Sonnenaufgang alt waren. Bevor ich jagen gehe, sollte dieser Beutehaufen vielleicht kleiner werden, überlegt er sich und tapste darauf zu. Auf dem Weg dahin, sah er von der Entfernung eine kleine, gefleckte Gestalt und graue Gestalt. Das war @Fuchspfote und @Gewitterwolke, stellte er erfreut fest und nahm sich zwei Wühlmäuse, um schliesslich auf sie zu, zu laufen. Dort angekommen legte er die Mäuse vor sie auf den Boden. Mit einem höflichen Kopfnicken begrüsste er sie. Schliesslich wandte er mit leuchtende, bernsteinfarbene Augen der hübschen, graue Kätzn zu.
„Guten Morgen, Gewitterwolke“, miaute er und blinzelte freundlich. „Ich wollte darum bieten diese zwei Wühlmäuse in die Kinderstube zu bringen, währenddem ich unseren Heiler etwas bringen. Wir könnten dann gemeinsam auf eine Jagdpatrouille gehen und es dem 2. Anführer beschied geben“
Empört schnaubte Kater nach einer gefühlten Ewigkeit und erhob sich von seinem Platz unter den Ästen einer jungen Esche. Am entfernten Horizont fing langsam an die Sonne ihre Strahlen zu entblössen und auf die kommende Dämmerung hinzuweisen, die sich in schneckeneile voran schritt.
„Sie kommen nicht mehr“, stellte Löwenkralle bei einem erneuten Blick auf dem Versammlungsplätze sachlich fest. Mit gewaltigen Schritten, schritt der stämmiger goldenfarbener Kater und blieb vor seiner Gefährtin stehen. „@Eisstern“, begrüsste er die weisse, hübsche Kätzin mit einer respektvollen Verneigung. „Ich will Sie nicht stören, aber ich glaube das der Flammen-Clan nicht kommt“
(@Schneestern warum seid ihr eigentlich nicht bis zum 26. Mai am Verlassenen Haus geblieben? Es war abgemacht, dass wir irgendwie vom 23. oder 24. bis zum 26. Mai machen, aber ihr habt bereits davor die Grosse Versammlung verlassen. Bleibt das nächste Mal doch all diese 3 Tage, bei der Grossen Versammlung. Der Frost-Clan ist ja schliesslich auch gekommen, einfach verspätet, aber noch am 26. wie es auf dem Event Plan steht)
Mit lauten, gewaltigen Schritten betrat Löwenkralle, der Kater, welcher für seine ungewöhnlich Grösse bei den Clans bekannt war, furchtlos den Verlassen Haus und war für einige Herzschläge verwirrt, als er ausser dem Frost-Clan keine weitere Clan-Katzen aus dem Flammen-Clan wahrnahm. Verwundert öffnete der goldenen Krieger seinen Mund und sog die Luft ein. Der Flammen-Clan Geruch lag frisch in der Luft. Sie müssen noch vor kurzem da gewesen sein.
Löwenkralle warf verärgert seinen Kopf in den Nacken. Hatten diese ungeduldige Fellballen aller Ernstes nicht auf sie warten können? Entrüstet schnaubte er und liess sein Blick in der ehemaligen Zweibeinerhütte umherschweifen
Mit geduckter Haltung, zwängte sich der Grosser Kater in den Eingang des Anführerbau‘s. Dort eingetreten, sah er bereits in der modrigen Dunkelheit aus der Entfehrnung, der weisse Körper seiner Schwester, welches eingekugelt in einem Moosnester im Mitte des bequemen Bau’s lag.
Mit schleichaetigen Schritten, bewegte sich der Kater geräuschlos auf die Anführerin des Clans zu und stupste sie schliesslich mit der Nase an. Sie musste aufwachen, dachte er.
„@Eisstern wach auf. Du musst eine Truppe bilden und mit ihnen auf die Grosse Versammlung gehen“
Mit festen Schritten stolzierte der massiger Kater durch die Dunkelheit der Nacht, welches vom fahlen Licht des Vollmondes Konkurrenz erhielt, und hielt kurz auf der Lichtung inne. Prüfend liess er seinen Blick über das Lager schweifen. Wie vermutet fand er kein Hinweis auf irgendeinen Trupp der zur Grossen Versammlung aufbrach, noch Eisstern, die irgendwo ihr Wesen umtrieb. Auf in den Anführerbau, dachte sich Löwenkralle und fuhr sein Weg fort.
Blitzartig schlug Löwenkralle seine Augen auf, kurz nachdem er beschlossen hatte, sich schlafen zu legen. War heute nicht die Grosse Versammlung, fuhr ihn plötzlich dieser Gedanke durch den Kopf. Heute war Vollmondnacht, doch Schneestern hatte bis jetzt nicht dem Frost-Clan mitgeteilt, dass wir aufbrechen mussten.
Der goldfarbener Kater hob sich auf seinen ungewöhnlich grosse Pfoten und schlängelte sich schliesslich ein Weg durch die schlafenden Körper der Frost-Clan Krieger. Er musste seine Schwester Bescheid sagen.
Natter war sofort zur Stelle, als Dämmer sich mühsam aufrichtete. Doch als er ihr helfen wollte, wies sie ihn mit einer knappen, gereizten Kopfbewegung ab. „Schon gut, ich komme alleine klar“, presste sie hervor – nicht nur an ihn, sondern auch an die Clan-Katzen gerichtet. Für einen Moment zuckte Natter zurück, getroffen von ihrem schroffen Ton, doch er kannte Dämmer gut genug, um zu wissen, dass Stolz und der Wunsch nach Unabhängigkeit tief in ihr verwurzelt waren. Auch wenn sie schwach war, wollte sie sich nicht vor Fremden – und schon gar nicht vor Clan-Katzen – hilflos zeigen. In seinem Inneren kämpften Erleichterung und Sorge miteinander. Er war froh, dass Dämmer überhaupt noch sprechen konnte und sich aufrichten wollte, doch ihr Zustand ließ ihn keine Ruhe finden. Am liebsten hätte er sie gestützt, ihr Kraft gegeben, doch er zwang sich, ihren Wunsch zu respektieren. Natter blieb dicht an ihrer Seite, bereit, im nächsten Moment einzugreifen, falls sie zusammenbrach. Als die Zweite Anführerin das Wort ergriff und sich als Sprenkeltropfen vorstellte, musterte Natter sie aufmerksam. Ihr Ton war freundlich, beinahe offen, und sie verzichtete darauf, ihre Stellung zu betonen – ein Versuch, auf Augenhöhe zu bleiben. Natter spürte, dass dies kein Zufall war. Er antwortete knapp, die Stimme ruhig, aber zurückhaltend: „Ich bin Natter“. Das war das einzige was ihm über die Lippe ging. Dann schwierig er. Auf dem Weg zum Lager wich Natter keinen Herzschlag von Dämmers Seite. Er beobachtete jede Bewegung der Clan-Katzen, sein Blick blieb wachsam und kühl. Doch im Innersten war er dankbar, dass sie Dämmer nicht bedrängten, sondern ihr Raum ließen, selbst wenn sie schwankte. Wir sollten ihr Freiraum und Stolz nicht verletzen. Das hatten bereits zu viele getan…
(—-> Heilerbau/ Sorry für den falschen Charakter >-<)
„Essen klingt gut. Ich… ich habe gar nicht gemerkt, wie sehr mir der Magen knurrt.“ Löwenkralle hob den Kopf, als Eisherz diese Worte murmelte. Das fahle Licht des Mondes schien durch die Lücken in den Wolken und ließ das goldene Fell des Kriegers matt aufleuchten. Einen Herzschlag lang betrachtete er den jüngeren Kater, dann erhob er sich ohne ein weiteres Wort und führte Eisherz mit einer knappen Geste zum Frischbeutehaufen. Der Regen hatte das Lager in eine stille, glitzernde Welt verwandelt. Nasses Laub klebte an Löwenkralles Pfoten, doch er achtete nicht darauf. Seine Gedanken waren bei Eisherz, bei dem unsicheren Ton in dessen Stimme und dem Hunger, den er so lange selbst gekannt hatte – damals, als Tauschleier noch an seiner Seite gewesen war und die Welt weniger schwer auf seinen Schultern lastete. Sie setzten sich nebeneinander, und @Eisherz schob ihm, zögernd aber voller Ehrfurcht, ein mageres Eichhörnchen zu. Löwenkralle nahm es mit einem knappen Nicken entgegen und legte es zwischen sie. „Wir teilen“, sagte er ruhig, die Worte so schlicht wie ein Blatt im Wind. „So macht es der Clan.“ Während sie fraßen, lauschte Löwenkralle Eisherz’ Stimme, die leise und unsicher durch die Dunkelheit drang. „Weißt du, ich habe oft gedacht, dass ich niemals irgendwo dazugehören würde. Streuner werden nicht gerade mit offenen Pfoten empfangen. Die meisten Krieger sehen mich an, als würde ich jeden Moment durchdrehen. Ich kann es ihnen nicht mal verübeln. Ich war… anders.“ Löwenkralle kaute langsam, ließ die Worte auf sich wirken. Er verstand mehr, als Eisherz ahnte. Auch er hatte sich oft wie ein Fremder gefühlt, selbst im eigenen Clan – seit jener Nacht, als Tauschleier gegangen war und die Welt in Schatten getaucht wurde. Eisherz sprach weiter, seine Stimme wurde fester, ehrlicher: „Aber du… du warst anders. Hart, ja. Streng. Aber ehrlich. Du hast mich nicht geschont, aber auch nicht weggestoßen. Und heute, bei dem Training… ich hab zum ersten Mal gespürt, dass ich mehr sein kann als das, was die anderen in mir sehen.“ Löwenkralle spürte, wie sich etwas in seiner Brust regte – ein kaum wahrnehmbares Ziehen, das er sonst so gut verdrängte. Er schwieg, doch in seinem Blick lag ein stilles Verständnis. Vielleicht hatte er Eisherz nicht mit Wärme empfangen, aber er hatte ihn auch nicht verstoßen. Das war seine Art, Fürsorge zu zeigen: wortlos, aber zuverlässig wie der Fluss, der immer weiterfließt. Als Eisherz ihm das Eichhörnchen zuschob, zögerte Löwenkralle einen Moment, dann nahm er den ersten Bissen. „Du bist jetzt Teil des Clans“, sagte er leise, die Stimme fest und ruhig. „Nicht, weil du perfekt bist. Sondern weil du kämpfst, um es zu werden.“ Ein kalter Windstoß ließ die Blätter auf der Lichtung tanzen. Für einen Moment fühlte sich Löwenkralle weniger allein.
Nach einer Weile war das Eichhörnchen nur noch ein Haufen Knochen die auf der feuchten, kühle Erde verstreut lag. Kurz buddelte es Löwenkralle und liess dann sein Blick zu Eisherz schweifen. „Lass uns schlafen gehen“
Kein Herzschlag später setzten sie ihren Weg zum Kriegerbau fort. Dort angekommen, schlich sich Löwenkralle mit leichten, geräuschlosen Schritten zu seinem Nest. Mit einem kleinem „Guten Nacht“, verabschiedete er sich von Eisherz und liess sich leise in seinem Nest nieder. Sein letzter Gedanke bevor er einschlief war, ob er wieder über Tauschleier träumen würde. Dann überwältigte ihn seine Müdigkeit und der Kater fiel in einem traumlosen, erholenden Schlaf.
Mit schweren Schritten tapst Löwenkralle auf die Lichtung des Frost-Clans, die in der Dunkelheit der bewölkten Nacht noch schwieriger zu erkennen war, als an anderen Sternen beschmückte Nächten. Leises Gemurmel von einigen Katzen in den Bauen schwang über die Lichtung zum goldenen Krieger herüber und das Rascheln der Blätter im Nachtwind vernahm er in der Ferne, doch ausser das war es in der Umgebung des Katers totenstill.
Nur die leise Atmung von @Eisherz neben ihm, liess Löwenkralle daran erinnern, dass er nicht alleine war. Der kräftige Kate schielte leicht zum Kater neben ihm. Dafür das der Kater von sich behauptet hatte, dass er weder gut kämpfen noch gut jagen konnte, hatte er sich für sein ersten Tag Training sehr wacker geschlagen. Um genau zu sein hatte er ihn sogar mit seiner Durchsetzungsfähigkeit und seine schnelle Lernfähigkeit leicht überrascht. Aber nur ganz leicht.
„Lass uns doch etwas kurz essen gehen“, meinte Löwenkralle und drehte sich zum jüngeren Kater zu. Zum ersten Mal an dem Tag zeigte er eine andere Emotion, als Ernsthaftigkeit. Freundlichkeit funkelte in seine Augen.
Löwenkralle beobachtete Eisherz schweigend, während der junge Krieger erneut die Verteidigungsbewegung versuchte. Die Unsicherheit in Eisherz’ Schritten entging ihm nicht, doch sein eigener Blick blieb ruhig und unbewegt wie eine Wasseroberfläche im Morgengrauen. Als Eisherz schließlich innehielt und seine Zweifel leise aussprach, zuckte Löwenkralle kaum merklich mit den Ohren.
Er trat näher, seine Bewegungen kontrolliert und voller Kraft, aber ohne jede Hast. Für einen Moment ließ er den Blick über die Trainingskuhle schweifen, als würde er die Worte abwägen, die er nun sagen würde. Seine Stimme war ruhig, sachlich – nicht hart, aber auch nicht warm:
„Niemand von uns ist als Krieger geboren worden“, miaute Löwenkralle, während sein Schweif langsam durch das Laub strich. „Jeder von uns hat Fehler gemacht, ist gestolpert, hat gezweifelt. Es ist keine Schwäche, wenn du kämpfst, auch wenn du Angst hast. Die Ruhe kommt mit der Zeit – und mit jedem Versuch wächst du.“
Er trat einen Schritt zurück, um Eisherz Raum zu geben, und nickte ihm knapp zu. „Du bist hier, weil du lernen willst. Das macht dich stärker als viele andere. Lass dich nicht von deiner Vergangenheit aufhalten. Du bist jetzt Teil des Clans – und das zählt.“
Löwenkralle zeigte noch einmal die Verteidigungsbewegung, diesmal etwas langsamer, sodass Eisherz jede Muskelanspannung erkennen konnte. „Wiederhole es. Nicht für mich, sondern für dich selbst. Jeder Krieger hat seinen eigenen Weg.“
Während Eisherz sich erneut in Position brachte, spürte Löwenkralle das Gewicht der eigenen Worte. Für einen Herzschlag lang flackerte Unsicherheit in seinem Inneren auf – denn er wusste, dass er selbst oft nicht nach Hilfe fragte, obwohl die Trauer um Tauschleier wie ein Schatten an ihm haftete. Er hatte Eisherz geraten, weiterzumachen und sich nicht von der Vergangenheit aufhalten zu lassen, doch tief in seinem Inneren war er selbst nie über seinen Verlust hinweggekommen. Statt Hilfe zu suchen, hatte er sich in sein Schweigen und seine Pflichten geflüchtet, hatte sich eingeredet, dass er Stärke zeigen musste, indem er alles allein trug.
Doch jetzt, als er Eisherz dabei zusah, wie er trotz Unsicherheit und Zweifel weitermachte, spürte Löwenkralle einen leisen Funken von Hoffnung, vielleicht konnte auch er eines Tages lernen, dass wahre Stärke nicht im Alleinsein lag, sondern darin, weiterzugehen, selbst wenn der Weg schwer war.
Mit unbewegtem Gesicht beobachtete Löwenkralle Eisherz’ nächste Versuche, doch in seinem Inneren hallten die eigenen Worte nach, wie das Echo eines Versprechens, das er sich selbst noch nicht zu geben wagte.
Als es anfing dunkel zu werden, sah Löwenkralle den schwarz weissen Kater erschöpft an. Es war einige Zeit vergangen seit der ersten Übung und nun hatte EIsherz viele Fortschritte machen können, wie Löwenkralle mit einem Blick auf ihn klarstellen konnte. Zufrieden ertönte ein Brummen von ihm. „Du hast heute genug gelernt, Eisherz“, miaute er und lenkte die AUfmerksamkiet des Katers so auf ihn. „Lass uns zurück in Lager gehen“
Augen lag die Ruhe eines Katers, den das Leben gelehrt hatte, Gefühle tief zu vergraben. Er war kein Kater, der sich von Unsicherheiten oder Bitten aus der Fassung bringen ließ, doch er spürte, dass Eisherz’ Ehrlichkeit Respekt verdiente – auch wenn er es nicht zeigte. Mit einer kaum merklichen Bewegung seines Schweifs bedeutete Löwenkralle dem jüngeren Krieger, ihm zu folgen. Seine Stimme klang ruhig, beinahe tonlos, als er schließlich sprach, doch in seinen Worten lag eine sachliche Freundlichkeit, die nicht gespielt war: „Im Clan zählt nicht, woher du kommst, sondern was du bereit bist zu lernen. Jeder Krieger hat einmal angefangen – und jeder Fehler ist eine Chance, stärker zu werden.“ Ohne sich weiter mit Worten aufzuhalten, trat Löwenkralle in die Mitte der Trainingskuhle. Die Erde unter seinen Pfoten war von den Spuren zahlloser Kämpfe gezeichnet, und der Geruch nach Moos und altem Laub lag schwer in der Luft. Mit einer eleganten, aber disziplinierten Bewegung nahm er die Grundstellung eines Kriegers ein: Schultern tief, Gewicht gleichmäßig verteilt, Krallen leicht ausgefahren. Er blickte über die Schulter zu Eisherz, seine Stimme blieb ruhig und bestimmt: „Wir beginnen mit dem, was jedem Krieger das Leben retten kann – Verteidigung und Ausweichen. Es ist nicht der Angriff, der dich schützt, sondern die Fähigkeit, schnell zu reagieren und deinen Gegner zu lesen.“ Löwenkralle zeigte langsam die ersten Bewegungen: ein geschmeidiges Zurückweichen, gefolgt von einem blitzschnellen Seitwärtssprung. Er achtete darauf, dass jede Bewegung präzise war, und ließ Eisherz Zeit, sie zu beobachten. „Bewege dich mit dem Wind, nicht dagegen. Deine Kraft kommt aus der Ruhe, nicht aus der Hast“, erklärte er, ohne dabei belehrend zu wirken. Er wartete, bis Eisherz sich in Position gebracht hatte, und beobachtete ihn aufmerksam, bereit, mit knappen, aber hilfreichen Hinweisen zu unterstützen. „Versuch es“, miaute Löwenkralle ruhig. „Und denk daran: Es ist kein Zeichen von Schwäche, um Hilfe zu bitten. Stärke zeigt sich darin, dass du weitermachst, auch wenn es schwer fällt.“ Mit kühler Präzision wandte er sich ab und konzentrierte sich ganz darauf, was er den schwarz-weissen Kater für weitere Trainingsschritte vorzeigen würde. Doch während er die Bewegungen leicht vormachts, schlich sich ein leiser, unerwünschter Gedanke in seinen Geist.
Hatte er Eisherz nicht gerade geraten, Hilfe anzunehmen, wenn es schwerfiel? Doch er selbst tat genau das Gegenteil. Seit dem Tod von Tauschleier, seiner Gefährtin, hatte er sich eingeredet, dass er mit dem Schmerz allein fertig wurde. Für die anderen Katzen war er der unerschütterliche Krieger, der immer die Kontrolle behielt, und auch sich selbst versuchte er das immer wieder einzureden. Doch manchmal, in stillen Momenten wie diesem, wurde ihm schmerzlich bewusst, dass er sich selbst belog. Die Trauer um Tauschleier lastete schwer auf seinem Herzen, und tief in seinem Inneren wusste er, dass er Hilfe brauchte. Aber anstatt darum zu bitten, zog er sich zurück, ließ niemanden an sich heran und versank in seinem eigenen, stummen Leid.
Mit einem kaum wahrnehmbaren Zucken seiner Schweifspitze verscheuchte Löwenkralle die Gedanken. Er durfte sich jetzt keine Schwäche erlauben, nicht vor Eisherz, nicht vor dem Clan, und am allerwenigsten vor sich selbst. Also richtete er seine Aufmerksamkeit wieder ganz auf das Training, die Bewegungen präzise und kontrolliert, als könnte er den Schmerz mit jedem Sprung und jedem Schritt abschütteln
Mit gespitzten Ohren hörte das kleine Kätzchen, dem Kater interessiert zu. Sandjunges, fing sie von seiner Antwort auf und musterte ihn von unten nach oben an. Das passt gut zu ihm, dachte sie und schmunzelte leicht.
Als Sandjunges ihr die gleiche Frage zurückstellte, öffnete die Kätzin bereits ihr Mäulchen, um ihm eifrig zu antworten, als sie plötzlich bemerkte, dass sie gar nicht wusste wie sie hiess. Wie peinlich, dachte sich das Katzenjunges und zuckte nervös mit ihrem Ohr. Was sollte sie ihm jetzt antworten?
Um ihre Verlegenheit zu verbergen leckte sie sich einige Male über ihr hellbraunes Brustfell und wich seinem Blick. „Naja…“, nuschelte die Kätzin. „Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Ich glaube ich hab noch keines bekommen…“ Plötzlich fiel ihr eine Idee ein und das Kätzchen fing über das ganze Gesicht an zu strahlen. „Gib mir doch du einen Namen, @Sandjunges !“
(Sorry, habe ausversehen mit dem falschen Account geschrieben >-<!)