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Dämmer fixierte ihn mit einem stechenden, vorwurfsvollen Blick, als seine Worte verklungen waren. Der Unglaube, der sich bereits zuvor in ihren Augen gezeigt hatte, flammte erneut auf. „Ja, Natter, wir bekommen Junge", zischte sie, ihre Stimme trocken und voller Bitterkeit. „Junge, über die ich alles andere als glücklich bin." Sie schnaubte verächtlich. „Natürlich freust du dich darüber. Du bist ja auch nicht derjenige, der sie austragen muss."
Gereizt warf sie ihm diesen Satz hinterher, als könnte er die Last ihrer Situation überhaupt nicht begreifen. Wie konnte er es wagen, sich jetzt zu freuen? Es war ohnehin nie ihr sehnlichster Wunsch gewesen, Mutter zu werden, und die Umstände, in denen sie sich befanden, waren alles andere als ideal. Vielleicht wirkte sie egoistisch, vielleicht suchte sie nur einen Sündenbock für ihre eigenen Ängste und Sorgen – was wohl auch der Grund dafür war, dass sie ihren Gefährten nun so anfuhr.
Für manche mochten Junge ein Segen sein, für sie waren sie in diesem Moment schlichtweg eine Verfluchung. Sie spürte bereits jetzt die nagende Angst, die sie jede einzelne Nacht begleiten würde. Sie würde sich dabei ertappen, wie sie inständig betete, dass diese Jungen einfach verschwinden würden, sich in Luft auflösen und alles wieder so würde, wie es einmal war. Eine düstere Vorahnung beschlich sie, dass ihr Leben nie wieder dasselbe sein würde.
( @Natter )
Natter zuckte zusammen, als Dämmers Worte wie Krallen über sein Herz fuhren. Ihr Blick war schneidend, ihr Tonfall schärfer als jede Dornenranke. Für einen Moment war er sprachlos, starrte sie nur an, während ihre Bitterkeit zwischen ihnen wie ein kalter Wind wehte.
Er hatte sich so sehr bemüht, seine Freude zu verbergen, um Dämmer nicht noch mehr zu belasten, doch offenbar war ihm das nicht gelungen. Ihr Vorwurf traf ihn tief. Natürlich war er nicht derjenige, der die Jungen austragen musste. Natürlich konnte er nicht wissen, wie schwer diese Last auf ihren Schultern lag. Der Kater blinzelte beschämend. Er hätte mehr an Dämmer denken müssen.
Unsicher trat Natter einen Schritt näher, sein Schweif zuckte nervös. Er wollte sie berühren, ihr Trost spenden, doch er spürte, dass sie jede Geste von ihm in diesem Moment nur weiter von sich stoßen würde. Also blieb er stehen, zwang sich, ruhig zu bleiben, auch wenn in seinem Inneren ein Sturm tobte.
„@Dämmer…“, begann er leise, seine Stimme sanft, aber voller Sorge. „Ich weiß, dass das alles nicht leicht ist. Und ich weiß, dass ich dir die Last nicht abnehmen kann, so sehr ich es auch will.“ Seine Augen suchten ihre, doch sie wich seinem Blick aus. „Ich freue mich nicht, weil ich dich damit verletzen will. Ich… ich habe einfach gehofft, dass vielleicht… irgendetwas Gutes daraus entstehen könnte. Für uns beide.“
Er ließ den Kopf sinken, seine Ohren zuckten beschämt. „Aber ich verstehe, wenn du das anders siehst. Ich will dich nicht zwingen, dich zu freuen, wenn dir nicht danach ist. Ich bin hier, egal wie du dich fühlst.“
In seinem Inneren nagte die Unsicherheit. Was, wenn sie ihn von sich stieß? Was, wenn sie ihm die Schuld gab, obwohl er doch nur das Beste wollte? Doch trotz aller Zweifel stand Natter fest an ihrer Seite. Er wusste, dass er sie nicht retten konnte, aber er konnte ihr zeigen, dass sie nicht allein war, egal wie dunkel der Weg auch werden mochte.
Dämmer schnaubte verächtlich, als Natter ihr offenbarte, dass er sich etwas Gutes von der Situation erhofft hatte. „Etwas Gutes?", wiederholte sie ungläubig, ihre Stimme voller Sarkasmus. „Ich weiß ja nicht, wie du dir das Ganze hier vorstellst. Abgesehen davon, dass ich überhaupt keine Jungen haben wollte, sind die Umstände alles andere als optimal." Ihre Augen blitzten vor Verzweiflung. „Wo sollen wir die Jungen denn aufziehen?Und wie sollen wir uns um sie kümmern, wenn wir selbst kaum klar kommen? Das ist doch jetzt schon zum Scheitern verurteilt!" Ihre Worte hallten in dem kleinen Raum wider, und sie spürte, wie die Panik in ihr aufstieg.
Gab es denn wirklich kein Heilkraut, das diese Jungen einfach verschwinden lassen könnte? Ein dunkler, verzweifelter Gedanke, den sie sofort wieder zu verdrängen versuchte. Aber vermutlich war es dafür sowieso schon zu spät. Und schon wieder meldete sich dieser stechende Schmerz in ihrer Bauchgegend, nur dieses Mal war er noch intensiver, noch beängstigender. Die Jungen waren doch wohl nicht jetzt schon auf dem Weg? Es war viel zu früh, sie war noch nicht bereit!
Wütend und besorgt zugleich erhob sich die Kätzin und steuerte geradewegs zum Ausgang des Heilerbaus. Die stickige Luft und die bedrückende Atmosphäre waren ihr einfach zu viel. Sie brauchte frische Luft, sie musste hier raus. Mit schnellen, ungestümen Schritten verließ sie den Bau.
( @Natter (
Natter sah ihr nach, als sie davonstürmte, und innerlich bäumten sich widersprüchliche Gefühle in ihm auf. Er war kalt, kontrolliert, immer darauf bedacht, seine Emotionen nicht nach außen dringen zu lassen, das war seine Stärke, sein Schutzschild. Doch in dem Moment, in dem er Dämmer so sah, etwas in ihren Augen zwischen blanker Panik und verletzter Wut, schoss ein schmerzhafter Stich durch sein Inneres.
Er hatte gehofft. Ja, er hatte es gewagt, in all diesem Chaos einen Funken Gutes zu sehen. Vielleicht war das töricht. Vielleicht war es schwach. Aber Schwäche war etwas, das er sich bei niemand sonst gestatten konnte nur bei ihr. Und dass sie ihn nun so ansah, als wäre er ein Narr, als hätte er jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren, ließ ihn innerlich brennen.
Seine ersten Impulse drängten ihn dazu, kalt zurückzuschneiden, diesen scharfen Tonfall, den sie so gern benutzte, spiegelnd zurückzuwerfen. Aber keine seiner Gedanken sprach er aus. Stattdessen biss er die Zähne zusammen, der Kiefer fest verspannt, die Kälte in seinem Blick ein dünnes Geflecht über dem, was in Wahrheit in ihm tobte.
Denn so sehr ihre Worte ihn kränkten, so er sah auch die Verzweiflung darin. Er hörte die Angst, so klar wie ein Herzschlag in der Stille. Und er wusste, dass er sie nicht niederreißen durfte. Nicht Dämmer. Nicht die einzige, die jenseits seiner Härte überhaupt einen Zugang zu ihm hatte.
Als sie aufsprang, atemlos, fast hetzend, und Richtung Ausgang eilte, presste er den Schweif unruhig gegen den Boden. Er war versucht, sie festzuhalten, sie mit warmen Worten zu beruhigen, doch das würde nichts bringen. Dämmer war in diesem Zustand zu aufgebracht und Natter wusste, dass sie ein wenig Zeit für sich brauchte.
Also schluckte Natter den Drang ihr hinterherzugehen runter und blickte zu seinen Pfoten hinunter. Währenddessen liess er die Wörter, die ihm Dämmer gesagt hatte durch den Kopf gehen. Ihre Gedankenwege und ihre Sorgen waren in allen Art und Weisen berechtigt und Natter konnte nicht dagegn einwänden. Ihr dies jedoch zu bestätigen würde diese ganze Situation nicht besser machen. Jemand musste ja den kühlen Kopf bewahren.
Natter fuhr seine Krallen ein und aus, während er eine Lösung für diesen ganzen Chaos zu finden versuchte. Schliesslich verliess er nach einer bestimmten Zeit den Heilerbau. Er hatte diese Lösung nun viellleicht gefunden.
(@Dämmer)
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