Meine Pfoten führten mich nach einem kleinen Ausflug im Territorium, welchen ich erfolgreich zum Kräuterpflücken genutzt hatte, zurück ins Lager des FrostClans. Schon vom leicht verwucherten Eingang aus konnte ich die kleine Gruppe Katzen sehen, die sich unterhielten. Beim näheren Hinsehen erkannte ich auch einige Katzen des FlammenClans. Schnell verschwand ich im Heilerbau und legte die Blätter ab, bevor ich mich neugierig aber schweigend zu der kleinen Gruppe und neben Eisstern gesellte.
Ich sah zu Weidensee. Der Sternenclan hatte seit Monden nicht mehr zu mir gesprochen und mittlerweile hatte ich mich schon fast damit abgefunden. Wir waren schließlich leider nicht einmal mehr der Schatten eines Clans, der der FrostClan einmal war. Ich ließ ihre Frage bezüglich des SternenClans unbeantwortet, aber lächelte, während ich den wärmeren Frühlingswind in meinem Fell spürte. „Ist die Blattfrische nicht immer eine Zeit der Veränderungen?“
Zwischendurch kam bei den Flammenclan Katzen die Idee, dass ich ja vielleicht mitkommen könnte auf ihre Reise, aber ich schüttelte den Kopf. „Nein, das geht nicht, tut mir leid. Als Heilerin ist es wichtig für mich, hier zu bleiben. Außerdem könnte ich den Frostclan nie verlassen.“ Ich sah zu den verbliebenen Frostclan Katzen. Nach einer Zeit machten sich Schneestern und Sprengeltropfen auf den Weg zurück.
„Ich würde den FrostClan nie verlassen, Weidensee“, antwortete ich etwas traurig lächelnd auf ihre Bemerkung, dass ich auch noch da war. Des weiteren schwieg ich dann aber doch wieder und setzte mich nach einer Zeit.
Als ich auf der Lichtung Stimmen vernahm, zuckte ich interessiert mit einem Ohr, erhob mich aus meinem Nest und tappte aus dem Heilerbau auf die Lagerlichtung, auf der sich einige Katzen aufhielten. Welche aus dem FrostClan, sowie welche aus dem FlammenClan. Neugierig ging ich zu der kleinen Versammlung herüber und stellte mich neben meine ehemalige Mentorin Weißensee. Ihr, sowie den anderen Katzen nickte ich freundlich zu, sagte aber nichts, um das laufende Gespräch nicht weiter zu stören.
„Als ich Schülerin war, da sind wir zusammen in den Wald gegangen weil sie mir zeigen wollte, dass sie besser jagen kann als Tümpelstern“, ich lächelte als eine Erinnerung hoch kam. „Seit dem habe ich sie nicht mehr gesehen.“
„Ich kann keine Erinnerungen an sie finden, allein das Wissen, dass sie existiert oder existiert hat. Und weil es keine Beweise gibt, dass sie lebt, könnte sie doch genau so gut Einbildung sein... Oder?“, fragte ich. Momentan war ich selbst ein wenig von mir verwirrt.
Ich schloss meine Augen um nach zu denken. Allerdings existierten keine Erinnerungen an Seelenpfote. Nur dass sie existierte. „Ich... Kann mich nicht erinnern“, gestand ich. „Vielleicht habe ich sie mir eingebildet. Ich habe keine Ahnung.“
„Nein ich... Ich weiß nicht genau. Mein Vater ist gestorben bevor ich geboren wurde und meine Mutter auch irgendwann. Ich habe eine Schwester, aber wo die hin verschwunden ist weiss ich nicht...“, antwortete ich auf Hassnebels Frage.
Ich nickte kurz, obwohl ich nicht ganz verstanden hatte was Hassnebel damit meinte. „Okay. Ja naja... Hast du eigentlich Familie?", versuchte ich ein etwas normaleres Gespräch zu beginnen.